Natur ist Kultur

Kommentar von Miriam Laurin VON UNTEN-Redaktion
21.03.2016

Global 2000 verklagt Monsanto, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Endlich eine Organisation die versucht das unglaubliche Treiben von Monsanto zu beenden. Durch meinen Beitrag über das Saatgutfest  habe ich mich näher mit dem Thema auseinandergesetzt und möchte meine Gedanken diesbezüglich mit euch teilen.

Bis jetzt Frage ich mich, warum schaut jeder zu? Ich kenne wenig Menschen, die der Meinung sind Monsanto und Glyphosat sind positive Entwicklungen. Warum kann so ein Konzern so ausufernde Auswirkungen auf unsere gesamte Gesellschaft haben, ist Kapitalismus das einzige was zählt? Mir scheint, wir Menschen haben verlernt in Synergie mit unserer lebensnotwendigen Natur zu leben. Nachhaltigkeit ist etwas, das in unserem westlichen Konzept nicht vorrangig ist und oft nur dann in den Fokus tritt, wenn es um Imagegewinn oder Ressourcenknappheit geht, auf gut Deutsch „Geld“. Das Kernproblem liegt für mich darin, dass wir Menschen selbst uns nicht als Natur sehen. Es heißt Natur oder Kultur, nicht Kultur ist Natur. Nach der jüdisch-christlichen Tradition hat Gott die Menschen erschaffen und Gott wird nicht als Natur angesehen, Gott ist in unseren Augen übernatürlich. Somit sind wir Menschen schon in unserer Kernauffassung, lebend in einer dominant christlichen „westlichen“ Welt, mehr Wert als unsere Natur. Und schon in der Bezeichnung „unsere“ Natur, spiegelt sich so vieles wieder. Viele indigene Völker – zum Beispiel die Menschen der Kaitiakitanga aus Neuseeland – haben für soziale Beziehungen ähnliche Regeln wie für ihre Beziehung mit der Natur. Ich borge mir etwas und gebe dir das gleiche oder etwas Besseres als Dank zurück. Sie sehen sich als Teil der Welt und nicht als deren CEOs. Man kann Pflanzen nicht patentieren. Man kann der Natur nicht ihre Existenzberechtigung nehmen. Solche absurden Ideen können einfach nur in einer Gesellschaft heranwachsen, die ausschließlich darauf gedrillt ist mehr, mehr und noch mehr Geld zu machen.

Schwendermarkt_graffiti_Monsanto

Was ich nicht verstehe: Sind diese Menschen wirklich zu dämlich, um zu sehen, dass alles womit sie Geld machen der Natur entspringt? Nestlé und Wasser, Shell und Erdöl, H&M und Baumwolle – ich denke es ist klar worauf ich hinaus möchte. Es gibt keinen Profit ohne Natur und man kann nicht aus 100 Liter Wasser 150 machen. Natur ist nicht endlos. Das einzige das uns bleibt, um Profit zu machen, ist die Zerstörung des Ursprünglichen, um an dessen Stelle etwas von Menschenhand geschaffenes „Besseres“ zu verkaufen. Das tut Monsanto und schafft sich so einen Markt – frei nach dem Motto „Natur 2.0“. Ja, wir Menschen sind natürlich genial. Und in 100 Jahren fragt sich der geniale Mensch, was eigentlich Polkappen waren. Die brauchen wir ja nicht, wie so vieles andere.

red /Miriam Laurin

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